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Inching - noch heute ein kleines Dorf, dem Kirchspiel und der politischen
Gemeinde Walting zugeordnet - wurde bereits 1055 urkundlich erwähnt. Damals
verlieh Kaiser Heinrich der III. der Eichstätter Kirche das Weinbaurecht
zwischen Rebdorf und Inching. Ein Edler Adalbert von Inchingen wird 1166, als einziger Ortsadeliger,
genannt. Aus dieser Zeit stammt die Kirche und die ältesten Mauern des Schlosses.
Bereits im Jahre 1260 übereignete der damalige Bischof von Eichstätt, Engelhard von "Tollingen" (er entstammte dem freien Geschlecht derer von Oberdolling in der Nähe von Ingolstadt), die Kirche von Inching dem Eichstätter Domkapitel, das bis zur Säkularisation 1806 die Dorf- und Gemeindeherrschaft ausübte.
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Als Besitzer des Schlossgutes verkauft Domdekan Rudolf Dietrich Freiherr von Freyberg 1714 sein "Fischgut" zu Inching mit Gärten, Wiesen, Äcker und Fischwassern an den Domherrn Freiherr Gottfried Ignatz von Pfürdt (gest. 1726).Dessen prachtvoller Epitaph ist im Kreuzgang des Eichstätter Domes zu bewundern.
Spätere Besitzer sind u.a. der Domprobst Franz Heinrich Freiherr von Kageneck, der Domherr Heinrich Benedikt von Andlau und als letzter fürstlicher Besitzer vor der Säkularisation Domherr Maria Casemir Graf Schenk von Castell, 1810 gestorben. Das Epitaph von Graf Schenk von Castell hängt in der Eichstätter Friedhofskapelle.
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"Das dreistöckige und mit einem artigen Gärtchen versehene Schloß macht zur Altmühl hin eine hübsche Front" ist im Geographischen Lexikon von Franken 1801 zu lesen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Schloss wurde 1710 bis 1720 von den aus Graubünden stammenden Eichstätter Hofbaumeistern Jakob Engel (1632 bis 1714) und Gabriel de Gabrieli (1671 bis 1747) geschaffen. Vom wohl im 11. oder 12. Jahrhundert erbauten Ursprungshaus befinden sich noch einige Reste im Erdgeschoss des zur Straße gewandten Teils. Jakob Engel baute etwa 1710 zur Altmühl hin einen quadratischen Bau mit einem vom Boden durchgehenden Eckerker und dem flachen Dach eines Jurahauses an.
Gabriel de Gabrieli ersetzte einen Großteil des Dachgeschosses durch den Barocksaal mit Erker und zwei Seitenkabinetten und schuf damit die einmalige Bauform. Den Erker krönt ein Zwiebeldach, vom ursprünglichen Kankplattendach blieben die vier Eckflächen erhalten.
Der Salon im ersten Obergeschoss enthält Deckenstuck aus der Zeit um 1710. Die Wände sind mit einer Leinwandtapete bespannt, die ein Gitterwerk aus Ornamenten – sogenannten Rocaillen – aus Muscheln und Pflanzenranken auf hellem Grund zeigt. Sie ist noch im Originalzustand und stammt wohl aus derselben Zeit wie der gusseiserne Ofen aus Obereichstätt (1805). Der Salon ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts mit einer originalen Biedermeier-Möblierung ausgestattet.
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Im Jahr 1919 erwarb der Denkmalpfleger, Architekt, Maler und Fotograf Heinrich Ullmann (1872-1953) das Anwesen. Er hat sich besonders um die Erforschung, Dokumentation und den Erhalt der typischen Altmühl-Jura Hauslandschaft verdient gemacht und ein umfangreiches Werk hinterlassen.
Im Bildband "Im ALTMÜHLTAL" sind historische Photographien und Zeichnungen veröffentlicht (erhältlich im Verlag Erika Böhm).
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Für die älteste Tochter von Heinrich Ullmann, Lisbeth Böhm war "Schlossfrau" von 1946-1968 Lebensaufgabe. In weltoffener Atmosphäre pflegte sie bis zu ihrem Tode 1979 regen Kontakt besonders zu ihren Freunden aus der Wandervogelbewegung. In den turbulenten Nachkriegsjahren war das Schlösschen für viele wenigstens vorübergehend Zufluchtsort. Aus ihrem liebevoll gepflegten Garten verschenkte sie gerne Blumen und Nahrhaftes.
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